Seit 2017 haben die Verantwortlichen in St. Georgen gemeinsam mit dem Institut Mensch, Technik und Teilhabe (https://imtt.hs-furtwangen.de/imtt/) der benachbarten Hochschule Furtwangen (HFU) an der Vision einer digitalen Vernetzung gearbeitet. 2019 wurde St. Georgen ins Förderprogramm QUARTIER 2020 des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg aufgenommen. Hier überzeugte die Stadt mit der Idee, ältere Menschen in einem handlich gelegeneren Quartier digital mit ihren Nachbarn und der übrigen Stadt zu vernetzen. Nach einem intensiven Rechercheprozess hinsichtlich geeigneter Plattformen entschieden sich die Verantwortlichen Ende 2019 für Crossiety. Im Rahmen des Neujahrsempfangs am 10.01.2020 erfolgte die offizielle Einladung an alle St. Georgender Bürger*innen, das reale Leben der Kommune über Crossiety abzubilden. 

Die wichtigste Erkenntnis der im Juli 2020 von der HFU durchgeführten Online-Umfrage ist, das Netzwerk wächst durch Empfehlung. Freunde, Nachbarn sensibilisieren andere Nutzer*innen auf die Plattform und die damit einhergehenden Chancen für den Austausch sowie die gezielte Vernetzung. Aktive Nutzer*innen sind begeistert, dass Crossiety ganz nach Wunsch als App auf dem Smartphone und Tablett zur Verfügung steht oder webbasiert am PC genutzt werden kann. Dies ermöglicht insbesondere für die ältere Generation Teilhabe und für Poweruser ist es viel angenehmer, Beiträge über eine Tastatur einzupflegen. 

In der Kernstadt St. Georgen sind 3.461 der 13.093 Bürger*innen angemeldet und in der Region (20 km Umkreis) sind es bereits 4.103 und somit 31 % ohne die Nachbarkommune Bad Dürrheim (dort ist seit Anfang 2021 ein eigener digitaler Dorfplatz am Start). Noch immer zeigen sich Monat für Monat ca. 100 Neuanmeldungen. Die Themenvielfalt der über 380 realisierten privaten, offen und geschlossenen Gruppen und die daraus gegebene Qualität der Beiträge auf dem Dorfplatz sowie in den Gruppen beeindruckt. Über die Darstellung von Kitas, Schulen, Vereinen, Gewerbebetrieben zeigen sich viele Gruppen die das Miteinander vor Ort optimieren – zum Beispiel Schulsozialarbeit, Klimabündnis, Mitfahrgelegenheiten, Europäische Freunde, Bergstadthelden, Fairtrade-Town, Bürgerstiftung, Runder Tisch Kultur, WIRkstatt, Gut versorgt trotz Corona-Gefahr, Regionale Produkte, Essen gehen – Essen bestellen.

Einen niedrigschwelligen Kanal in die Verwaltung bietet die Gruppe „Sag’s dem Rathaus“ (159 Mitglieder). Sie ergänzt den Mängelmelder auf der städtischen Homepage. Wer etwa eine defekte Straßenlaterne oder ein Schlagloch entdeckt, kann seine Beobachtung hier schnell loswerden. Die kommunalen Verantwortlichen sind begeistert, dass das Community Management die Qualität der Beiträge auf dem Dorfplatz sicherstellt und die Fragen der Bürger*innen beantwortet. Die konsequente Weiterentwicklung der Kommunikationslösung hat allein im letzten Jahr für viele neue Funktionen oder Optimierungen gesorgt. Jedes Jahr im Januar erfolgt eine Befragung aller User hinsichtlich Zufriedenheit oder gegebener Wunsche. Die Ergebnisse daraus fließen in die Entwicklungsarbeit des laufenden Jahres ein. 

Zum digitalen Dorfplatz

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