Joel Singh, CEO Crossiety

Bild: Joel Singh, CEO Crossiety

Crossiety-CEO Joel Singh blickt auf die turbulenten Corona-Monate zurück und erklärt, wie die Pandemiezeit den Mehrwert eines Digitalen Dorfplatzes verstärkt aufgezeigt hat.

Quentin Aeberli: Wie hat sich die Sicht der Gemeinden und Städte auf Crossiety im vergangenen Jahr entwickelt?

Joel Singh: Der grosse Vorteil des Digitalen Dorfplatzes von Crossiety ist, dass sich die Plattform bereits vor der Corona-Krise bewährt und etabliert hat. Besonders geschätzt wird dabei von unseren Partnergemeinden und –städten der Fokus auf das Lokale und die Gewährleistung eines hohen Datenschutzes. Ebenfalls bewährt hat sich, dass alle Nutzer*innen mit dem echten Vor- und Nachnamen auftreten, wodurch die Diskussionskultur sehr anständig ist. Corona hat diesen Erfolgsfaktoren zusätzlich Auftrieb verliehen und den Gemeinden und Städten aufgezeigt, wie wichtig – und während einer Krise eben plötzlich auch dringlich – der Aufbau eines digitalen Kanals als Ergänzung zur bisherigen Kommunikation ist.

Ist das Interesse an der Plattform gestiegen?

Seit dem Ausbruch von Corona konnten wir die Anzahl Gemeinden und Städte verdreifachen. Auf die erhöhte Nachfrage haben wir reagiert, indem wir die Einführung unserer Plattform schneller und unkomplizierter gestaltet haben. Dabei haben wir unseren Fokus stark auf die persönliche Begleitung und Beratung der Gemeinden und Städte gelegt, was von den Mitarbeiter*innen der Verwaltungen sehr geschätzt wird. Selbstverständlich gab es während des Lockdowns Einschränkungen in Bezug auf die Durchführung von physischen Schulungs- und Promotionsveranstaltungen. Diese konnten wir aber meist erfolgreich online durchführen – die Akzeptanz seitens Verwaltungen und Einwohner*innen stieg von Monat zu Monat merklich an.

Physische Schulung in Sattel

Bild: Auf physische Schulungen vor Ort wie hier in der Gemeinde Sattel musste während des Lockdowns verzichtet werden.

Und hat sich die Nutzung (wie häufig oder inwiefern davon Gebrauch gemacht wurde/wird) vor Corona zu jetzt verändert?

Ja, der Digitale Dorfplatz erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit, die aufgrund von Corona in der überwiegenden Mehrheit unserer Partnergemeinden nochmals enorm beschleunigt wurde. Konkret hat sich also nicht nur die Anzahl unserer Partnergemeinden erhöht, sondern darüber hinaus auch die Anzahl der Nutzer*innen seit dem Ausbruch der Pandemie. Auch die Anzahl der Aktivitäten auf der Plattform konnte gesteigert werden. Der Fokus der veröffentlichten Beiträge hat sich seit Corona interessanterweise nochmals stärker in Richtung Gemeindeinformationen entwickelt. Die Vereine waren aufgrund der Einschränkungen eher limitiert aktiv. Dies konnte beispielsweise auch an der Anzahl veröffentlichter Veranstaltungen beobachtet werden. Wir sind jedoch optimistisch, dass nach der Pandemie wieder vermehrt Veranstaltungen durchgeführt werden.

Die App ist ja eigentlich dazu gedacht, das Dorfleben lebendiger zu gestalten. Das funktioniert jetzt aufgrund der Pandemie nicht wirklich. Worin siehst du momentan dennoch den Nutzen der App?

Grundsätzlich kann der Digitale Dorfplatz als Werkzeug verstanden werden. Je nachdem wie die Gemeindestrukturen bisher aussahen, ist der Weg zu einem lebendigen Dorfleben folglich etwas länger oder kürzer. 

Was uns besonders freut:

Der Nutzen der Plattform ist in dieser herausfordernden Zeit nicht etwa weniger, sondern sogar noch stärker sichtbar und deutlicher als zuvor.


Seitens Crossiety sind wir davon überzeugt, dass die digitale Vernetzung nie die Bedeutung eines persönlichen Kontakts ersetzen kann. Darum war unser Digitaler Dorfplatz im Unterschied zu anderen Social-Media-Plattformen von Anfang an darauf ausgelegt, durch virtuelle Unterstützung das echte Zusammenleben vor Ort, das alltägliche Miteinander im Alltag zu stärken. Genau diese Kombination ist es, was in der Corona-Pandemie besonders wichtig war und den Mehrwert vor Ort wunderbar spürbar machte – sowohl durch ganz praktische Anwendungsbeispiele in der Behördenkommunikation als auch durch emotionale Alltagsgeschichten, die einem ans Herz gehen. Beispielsweise konnten die Nutzerinnen und Nutzer einfach und schnell nach Hilfe suchen oder diese anbieten, was zu zahlreichen lokalen Engagements geführt hat.

Unterstützung unter den Einwohnerinnen und Einwohnern

Bild: Die Unterstützung unter den Einwohner*innen war auch auf dem digitalen Dorfplatz zu spüren.

Welche Rückmeldung hast du im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Nutzung und der Pandemie von den Gemeinden und Städte erhalten? Und gab es da irgendwelche auffälligen regionalen Unterschiede?

Die Feedbacks waren mehrheitlich sehr positiv. Die aktiven Gemeinden und Städte konnten dank dem Digitalen Dorfplatz und seinen interaktiven Funktionen schnell und einfach ihre Einwohner*innen erreichen und informieren. 

Kürzlich haben wir eine Nutzerumfrage mit über 2600 Teilnehmer*innen durchgeführt. In der Umfrage konnten wir feststellen, dass das Bedürfnis nach Gemeindeinformationen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich angestiegen ist. Ebenfalls konnten wir eine vergleichsweise starke Solidarisierung mit dem Lokalgewerbe beobachten, was unserer Meinung nach mit der aktuellen Pandemie zusammenhängen könnte. 

Die Pandemie zeigt deutlicher als je zuvor, dass eine professionelle und glaubwürdige Kommunikation seitens der Behörden enorm wichtig ist für das Vertrauen der Bevölkerung.


Auch darum wird unsere Plattform so geschätzt, sie bietet beidseitig einen Mehrwert: Den Einwohnerinnen und Einwohnern, die auf eine rasche und klare Information angewiesen sind und den Behörden, die mit der Plattform einen direkten Draht zur Bevölkerung haben und auch auf individuelle Fragen interaktiv und einfach eingehen können. Genau diese Win-Win-Situation wollen wir ermöglichen, damit die typischen Schweizer Werte des unkomplizierten Zusammenlebens vor Ort in die Zukunft getragen werden – und sich auch in Krisenzeiten bewähren.

Die Fragen wurden von Quentin Aeberli, Mitarbeiter Kommunikation von Crossiety, gestellt.

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